Die druckbare Kamera – Projekt „OpenReflex“

Immer mehr Produkte werden heute einfach ausgedruckt, mit handelsüblichen 3D Druckern wie z.B. dem Makerbot Replicator, Ultimaker oder verschiedenen RepRap Modellen.
Die Desktop Printer werden erschwinglich und die Bausätze sind es schon lang.

Spiegelreflexkamera aus dem 3D Drucker

Jetzt hat ein belgischer design Student die erste funktionsfähige Spiegelreflexkamera gedruckt.
Erstaunlich dabei, die Gesamtkosten belaufen sich auf nur 25 Euro.
Das Projekt „OpenReflex“ stellt er der Allgemeinheit zur Verfügung. Jeder kann sich die Kamera ausdrucken und nachbauen. Für alle denen das zu aufwändig ist, bietet er das fertige Modell für 50 Euro zum verkauf an.

Das Projekt „OpenReflex“entstand im Rahmen seiner Diplomarbeit und war von Anfang an als low-budget Kamera geplant.
Neben dem geringen Preis hat die Kamera einen weiteren Vorteil: Jedes Bauteil kann bei Bedarf mit dem 3D Drucker nachgedruckt werden. So kann jedes Einzelteil optimiert oder bei Verschleiß ausgetauscht werden. Die Schrauben können wahlweise ausgedruckt werden oder man nimmt ein paar handelsübliche Schrauben vom Baumarkt um die Ecke.

Noch ist die druckbare Kamera nicht perfekt

Der jetzige Bausatz ist auf Nikkon Objektive optimiert. Jedoch sind hier natürlich keine Grenzen gesetzt.
In Zukunft ist davon auszugehen dass verschiedene Objektivaufsätze einfach mit dem 3D Drucker ausgedruckt werden können.

Aufholen kann die Kamera in Sachen Belichtungszeit und Verschlusstechnik.
Im Augenblick ist mit einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunde kaum eine Aufnahme von Bewegten Bilder möglich.
Aber diese Kamera hat auch nicht den Anspruch mit aktuellen Spiegelreflexkameras mitzuhalten, sondern sie zeigt den Weg in die Richtung welche wir alle gehen werden: Print your own!

Druckzeit bis zu 20 Stunden

Die Druckzeit der gesamten Komponenten hängt enorm von der Druckgeschwindigkeit des jeweiligen 3D Printers ab.
Zehn bis 20 Stunden kann man aber einplanen. Der Zusammenbau geht wiederum schneller, denn das Gerät ist in ca. einer Stunde betriebsfertig zusammengebaut.

Da der Entwickler der Kamera Léo Marius, alle Druckdaten und Dateien als Open Source anbietet, kann davon ausgegangen werden dass sich die Kamera sozusagen automatisch weiterentwickelt.
Genügend Interesse an einer druckbaren Kamera ist bestimmt vorhanden.

 

Kameraabbildung von OpenReflex Projekt Léo Marius Kameraabbildung von OpenReflex Projekt Léo Marius Beispielbild von OpenReflex Projekt Léo Marius Beispielbild von OpenReflex Projekt Léo Marius

Projekt „OpenReflex“ (Foto: Léo Marius / leomarius.com)