Taulman 910 Alloy Filament - 1,75 mm Natur

Fünf 3D Druck Tipps mit Nylon-Filament

Ein 3D Druck aus Nylon hat uns schon das ein oder andere Mal an den Rande des Wahnsinns gebracht, denn verglichen mit Standardfilamenten wie ABS oder PLA, erfordert ein Druck aus Nylon-Filament ein geschicktes Händchen. Filamente aus Nylon können ein echtes Mysterium sein, doch mit diesem Artikel möchten wir ein wenig Klarheit schaffen und Tipps geben, die wir selbst gefunden, probiert oder empfohlen bekommen haben.

Tipp #1 Ein beheizter Bauraum

Nylonfilament hat leider eine extrem hohe Tendenz zum Warping, da sich das Material stark zusammenzieht, wenn es abkühlt. Dies führt unweigerlich zum Verzug und das Material löst sich von der Bauplatte. Ein beheizter Bauraum kann hierbei Abhilfe schaffen, denn er verhindert, dass gedruckte Layer sich zu schnell abkühlen und das Druckprojekt damit unweigerlich zerstört. Wer keinen Bauraum in seinem Drucker hat, sollte versuchen den offenen 3D Druck so gut wie möglich abzuschirmen. Mit ein wenig Geschick und Bastelei geht das sogar mit einfachem Karton. Die Wärme des Hotends und die des beheizten Druckbetts sollten generell im Bauraum aufgefangen werden, um möglichst energiesparend und schlussendlich auch erfolgreich zu arbeiten. Achten Sie auch darauf keine Fenster oder Türen im Raum zu öffnen, da Windstöße ebenfalls Temperaturschwankungen und damit Verzug des Nylon-Filaments begünstigen.

Tipp #2 Die richtige Objektwahl

Auch die Wahl des Objektes kann manchmal Kopfzerbrechen bereiten, jedoch sind mit Nylon tolle Projekte realisierbar. Generell gilt, dass man die Flexibilität des Nylons am ehesten ausnutzen sollte, da es im Vergleich zu anderen Filamenten wie beispielsweise ABS weniger steif ist. Ein einfaches Beispiel wäre eine Handyhülle, die sich über den Displayrand des Smartphones ziehen lässt, um auch den empfindlichen Touchscreen ausreichend zu schützen. Technische Anwendungen wären kleine Zahnräder, die nahezu nie geölt werden müssen oder wer es extravagant mag, kann sogar seine eigene Kleidung mit Nylon drucken. Wenn Sie nur ein möglichst schlagzähes und steifes Objekt drucken möchten, empfehlen wir kein Nylon-Filament, da sich der Aufwand nicht lohnt. Versuchen Sie es dann lieber mit klassischen Filamenten wie ABS oder PLA. Spart Zeit und Nerven. 😉

Tipp #3 Die richtigen Druckeinstellungen

Wir haben gute Erfahrungen mit einer Drucktemperatur bei etwa 240 Grad mit beheiztem Druckbett auf 70 Grad gemacht. Schlussendlich gilt, dass man hier ein wenig testen muss, um die persönliche Präferenz zu finden, aber die genannten Temperaturen sollten ein guter Ankerpunkt sein. Wer sich unsicher ist, ob eine ganze Rolle Nylon das Richtige für Ihn oder Sie ist, dem legen wir ein Produktsample ans Herz. Lassen Sie sich Zeit mit Nylon: Dabei sprechen wir nicht von einem Candlelight Dinner bei Ihnen zuhause, sondern drucken sie mit maximaler Druckgeschwindigkeit von 60mm/s. Wir haben unsere besten Ergebnisse mit 40mm/s erzielt.

Tipp #4 Vorbereitung ist die halbe Miete

Die Druckplatte steht im Fokus, wenn Sie erfolgreich mit Nylon-Filament drucken wollen. Probieren sie es mal mit Schmirgelpapier mit einer Kornfeinheit von 220-240 aus. Auf die Druckplatte aufkleben und los! Der Halt wird um ein Vielfaches verbessert und erleichtert Ihnen den Druck damit erheblich. Ein Bekannter Tipp und trotzdem möchten wir ihn erwähnen: BuildTak hat sich als de facto Standardanbieter für Druckunterlagen durchgesetzt und auch bei Nylon-Filament haben wir gute Erfahrungen mit den Platten gemacht.

Tipp #5 Hilfe! Mein Nylon-Filament hat Blasen/zieht Wasser !

Es kann auftreten, dass im Aufbau Blasen entstehen. Zunächst einmal ist das ein Hinweis, dass mit zu hoher erforderlicher Temperatur gedruckt wurde. Allerdings können auch kleine Bläschen im Filament selbst vorkommen, die durch zu hohe Feuchtigkeitsaufnahme zustande kommen. Versuchen Sie das Filament im Ofen bei etwa 80 Grad 4 -6 Stunden auszutrocknen. Normales Backpapier ist als Unterlage ausreichend, aber beachten Sie: lassen Sie das Filament unter keinen Umständen unbeaufsichtigt. Brandgefahr!

Im Endeffekt gilt eben doch das alte Sprichwort: Probieren geht über studieren! Denn wie so oft im 3D Druck kann man sich den Mund fusselig reden – aber schlussendlich siegt die persönliche Erfahrung. Wir wünschen viel Erfolg!

 

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