Polymaker Polyflex - Schwarz

3D Druck mit Spezialfilamenten – Teil 1

Der 3D Druck ist bereits sehr vielseitig und erwachsen geworden. Es gibt viele verschiedene Drucktechniken, Anwendungen und Verfahren.
Auch die Entwicklung neuer Filamente für den 3D Drucker geht unaufhaltsam voran. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Filamente und deren Einsatzzweck einmal genau unter die Lupe nehmen.

Was sind Spezialfilamente für den 3D Drucker?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten, dazu müsste man erst einmal klären was denn „normale“ Filamente sind. Dies liegt ganz klar im Auge des Betrachters. Jedoch differenzieren wir als Experte in der 3D Druck Branche zwischen ABS, PLA und „dem großen Rest“.
Betrachtet man die Fragestellung von Standpunkt der Nachfrage aus, sind ABS Filamente und PLA Filamente mit Abstand die wichtigsten Filamente auf dem Markt – kein anderes Druckmaterial für FDM-Drucker hat so eine hohe Nachfrage oder so einen großen Bedarf.
Aus diesem Grund halten wir diese Trennung für sinnvoll.

Zusammengefasst bedeutet dies, alles außer PLA und ABS Filament ist ein Sondermaterial.

Für welche Anwendungen kommen Sondermaterialien und Spezialfilamente zum Einsatz?

Auch hier gibt es keine Antwort welche in einem Satz zusammenfassbar wäre.
Denn, die Einsatzmöglichkeiten für Spezialfilamente sind unsagbar vielseitig – genau das macht die Verwendung von Spezialfilamenten aus!

Um sich die Einsatzzwecke der speziellen 3D-Druckmaterialien vor Augen zu führen muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen was es denn alles gibt.

Welche speziellen Filamente für 3D Drucker gibt es?

Die Auswahl an Spezialfilamenten ist so riesig, dass es unmöglich wäre eine komplette Liste aller 3D Druckmaterialien zu veröffentlichen. Darüber hinaus werden regelmäßig viele neue Druckmaterialien entwickelt, dass die Liste niemals vollständig wäre. Auf die wichtigsten Spezialfilmente werden wir an dieser Stelle einmal eingehen.

Wood/Holz-Filament

Eine der ersten Weiterentwicklungen an Spezialfilamenten war das Holzfilament. Dank des Deutschen Erfinders Kai Party, hat das „Laywood“ Filament den Weg in die 3D Drucker geschafft. Heutzutage gibt es etliche Konkurrenzprodukte (z. B. Easywood) in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlichen Holzarten. Die Haupteigenschaft des Holz-Filaments liegt auf der Hand: Der Holzlook und das Holzfeeling. Dazu riechen die Holzfilamente nach Holz, sowohl beim Verarbeiten als auch danach. Das liegt an den großzügig enthaltenen Echtholzpartikeln, welche dem Spezialfilament die hölzerne Struktur verpassen.
Der Nutzen von Holzfilamenten ist daher auch sehr logisch – Objekte in Holzoptik drucken. Diese sind leicht Nachzubearbeiten. Z. B. durch Sägen, Bohren oder Schleifen.

Easy Wood Filament Serie von Formfutura

Easy Wood Filament Serie von Formfutura

Support Filament

Das Support Filament ist ein Stützmaterial für Ausdrucke mit Überhang. Immer wenn ein Objekt „in die Luft“ gedruckt wird, benötigt man ein Stützmaterial darunter. Ansonsten kann der Druck nicht fehlerfrei werden. Da sich ABS nicht gut von ABS Lösen lässt und PLA nicht gut von PLA, ist man dazu übergegangen andere Druckmaterialien als Supportmaterial zu verwenden.
Voraussetzung dafür: Ein Dual-Extruder.
Das bekannteste Supportmaterial ist PVA Filament – dieses lässt sich in Wasser auflösen und daher sehr einfach vom Druckobjekt entfernen. Durch die spezielle Eigenschaft ist der Druck mit PVA jedoch nicht immer ganz einfach. Dazu muss bei der Lagerung darauf geachtet werden, dass das PVA kein Wasser aus der Umgebung aufnimmt.
Beliebt als Supportmaterial ist auch HIPS Filament, welches in Limonene aufgelöst werden kann. Die Anwendung von HIPS Filament ist Geschmackssache, unserer Meinung nach gibt es bessere Alternativen.
Neue Supportmaterialien wie z. B. Polysupport sind auf dem Vormarsch. Polysupport (von der Marke Polymaker) ist ein Stützmaterial welches nicht aufgelöst wird, sondern durch seine speziellen Eigenschaften ganz einfach vom Druckobjekt abgebrochen werden kann. Etwas ähnlich wie z. B. Styropor. Dies erspart die eventuelle Sauerei von Limonene oder das Ablösen in Wasser.

Polysupport Filament - Supportmaterial - Beispiel

Polysupport Filament – Supportmaterial – Beispiel

Flexible/Elastische Filamente

Flexible Filamente für den 3D Drucker wurden bereits sehr früh entwickelt. Meist auf der Basis von TPU weisen Sie eine gummiartige Eigenschaft auf. Die Flexibilität bzw. Elastizität der Filamente wird in der Shore-Härte gemessen und angegeben. Daran erkennt man zu wie viel Prozent das Filament eine Elastizität aufweist.
Wir vertreiben seit vielen Jahren das flexible Filament von FilaFlex. Auf Grund der hohen Elastizität von bis zu 700% ist das gummiartige Druckmaterial für 3D Drucker perfekt für Dichtungen und sonstige Weichbauteile geeignet. Durch die hohe Elastizität muss bei 3D Druckern mit Bowden-Extrudern jedoch aufgepasst werden. In vielen Fällen ist ein Druck mit solch weichen Druckmaterialien nicht problemlos möglich – so z. B. auch beim weit verbreiteten Ultimaker 2. Hier sind die Drucker mit „Direct Drive“ Extruder klar im Vorteil.
Ebenso überzeugt hat uns das Bendlay Filament aus Deutschland. Dieses wird in zwei verschiedenen Shore-härten angeboten und ist daher auch passend für den Ultimaker 2 und andere Drucker mit Bowden Extruder.
Als wahre Alternative hat sich das Polyflex Filament herausgestellt. Durch die einfache Verarbeitung mit allen 3D Druckern, hat sich dieses relativ neue Filament bei den flexiblen Filamenten etablieren können.

Polymaker Polyflex - Schneeweiß

Polymaker Polyflex Filament – Beispiel

 

Teil 2 folgt in Kürze.